Internationaler Verein  "Aufklärung und Koran"   

 

Die Tinte der Gelehrten, das Blut der Märtyrer

Dritte Tiefe

In der Frühzeit des Islam, ca. 780 n. C. bis 850 n. C. ( Tod Mohameds 732 ) wurde das Mohamed zugeschriebene Hadith berücksichtigt:“ die Tinte des Gelehrten ist mehr Wert als das Blut des Märtyrers.“

Unter Harun al Raschid, dem Zeitgenossen Karls des Großen, dem fünften Kalifen der Abbassiden, der von 786 n. C. bis 809 n. C. regierte , blühte in Bagdad, der Hauptstadt seines riesigen Reiches, eine emsige Gelehrsamkeit. Erleichtert wurde der damalige Forschungsschub durch die in seinem Reich bereits angewandte Papierherstellung, die man von einem chinesischen Kriegsgefangenen gelernt hatte und durch die Anwendung des dekadischen Zahlensystems, das schon 771 n. C. von Al Khowarizmi aus dem Indischen in die islamische Welt eingeführt worden war.

Auch das antike griechische Wissen wurde bereits wieder genutzt. Die Einsichten der Ärzte Hippokrates und Galen waren in Bagdad bekannt. Die ersten Krankenhäuser überhaupt entstanden, meist unter Leitung christlich- syrischer und christlich-ägyptischer Ärzte, die des griechischen im Vergleich zu den arabischen Ärzten weitaus mächtiger waren.

Auch die astronomischen Werke der antiken Griechen wurden studiert, vornehmlich um die täglichen Gebetszeiten und den Beginn des Fasten-Monats Ramadan möglichst genau festlegen zu können.
Kurz nach 850 n. C. begann dann ein langsamer politisch-kultureller Niedergang der islamischen Welt. Die zentrale Regierung erwies sich mehr und mehr als unfähig, das riesige Reich zusammenzuhalten. Es gab aber nochmals Höhepunkte islamisch-griechischen Denkens, besonders in Persien mit dem Schiiten Ibn Sina ( gestorben 1037 ) und mit dem Sunniten Ibn Ruschd ( gestorben 1198 ) , der bis zu seiner Ausweisung im Kalifat Cordoba ( Spanien ) gelebt hat.

Die mongolische Eroberung Bagdads 1249 stellte den Tiefpunkt dieses Niedergangs. Sie bewirkte eine nachhaltige Erschütterung der gesamten islamischen Welt. Der machtpolitisch wenigstens einigermaßen erfolgreiche Gegenzug , induziert durch den Koran-Gelehrten Ibn Taimiyah ( 1263 bis 1328 ) , brachte nun bereits den von ihm vertretenen und uns heute so sehr gut bekannten strengen, fundamentalistischen, salafistischen Islam hervor.

Dieser „fundamentalistische“ Islam blieb von da an eine immer existente starke Strömung und erlebte explizite Neuauflagen jeweils zu Anfang des 19-ten und 20 igsten Jahrhunderts. Dieser Islam kultivierte auch insbesondere das Märtyrer-Sterben für Allah.

Hassan al Banna ( 1906 bis 1949 ) , der Gründer der Muslimbrüderschaft in Ägypten, sei wegen der Klarheit seiner Aussage als erster zitiert: „ Der Prophet ist unser Führer, der Koran ist unsere Verfassung, der Dschihad ist unser Weg, das Sterben für Allah unser höchstes Ziel.“

Diese Auffassung lässt sich durch viele Stellen des Koran begründen,

2/116 …..vorgeschrieben ist euch der Kampf….

2/94…….so wünscht Euch den Tod, wenn ihr wahrhaftig seid….

3/151….. Und wahrlich, so ihr im Wege Allah`s erschlagen werdet oder sterbet, wahrlich Verzeihung von Allah und Barmherzigkeit ist besser, als was ihr zusammenschart….

3/152……Und wahrlich, wenn ihr sterbet oder erschlagen werdet, werdet ihr zu Allah versammelt…..

3/163…..Halte die, die auf dem Weg Allah`s getötet werden nicht für tot, nein, lebend bei ihrem Herrn werden sie versorgt….

3/182 …..und wer da dem Feuer entkommen ist und in`s Paradies geführt wird, der soll glücklich sein. Und das irdische Leben ist nur ein trügerischer Nießbrauch…

9/121….und nicht tut ein Feind ihnen etwas an, ohne dass es ihnen als gutes Werk aufgeschrieben wird….

So ist es wohl folgerichtig, dass es genau im Bereich des zeitgenössischen ( 2017 ) islamischen Staates von Ende des 11-ten Jahrhunderts bis Mitte des 13. Jahrhunderts schon einmal eine ausgeprägte, damals schiitische Todes- bzw. Mord-Kultur im Islam gegeben hat, die Assasinen. Sie waren Schiiten und töteten bevorzugt Sunniten—oftmals auch beim Freitagsgebet. Nicht selten töteten sie aber auch kreuzfahrende hochrangige Christen mit einer schrecken-erregenden —den möglichen oder auch sicheren eigenen Tod gelassen hinnehmenden— Furchtlosigkeit.

Die Korangläubigen des islamischen Staats im zweiten Jahrzehnt des zweiten Jahrtausends sind/waren hingegen Sunniten und töteten bzw. enthaupteten Schiiten, Jesiden und Christen, oftmals vor laufender Kamera.

 
Empfang der palästinensichen Märtyrer-Familien bei der saudischen Regierung.
 

Bei dieser Motivationsstruktur der muslimischen Gesellschaften nimmt es nicht weiter Wunder, dass lange schon, eigentlich seit dem 13-ten Jahrhundert—mit immer wieder sich ereignenden aber doch insgesamt kurzen Ausnahmen von relativ toleranten Sultanen im osmanischen Reich— die Tinte der Gelehrten im Islam vertrocknete.

Um zwei neuzeitliche Beispiele zu geben: in den nunmehr 116 Jahren, die der Nobelpreis besteht, haben in den Naturwissenschaften nur 2 Muslime diese Auszeichnung erhalten, von insgesamt 1,6 Milliarden Menschen. Der Staat Israel besteht seit 70 Jahren und hat etwa 6 Millionen Einwohner. Es haben aber allein in den Jahren 2012 und 2013 vier Israeliten einen naturwissenschaftlichen Nobelpreis bekommen.

Im Jahre 2012 wurden in den USA ( 300 Millionen Einwohner ) 50 000 Patente genehmigt. In Saudiarabien ( 30 Millionen Einwohner ) wurden 50 Patente genehmigt. Unter Einberechnung der verschiedenen Einwohnerzahlen kann man sagen, dass die überwiegend christlichen Amerikaner etwa 1000 mal so innovativ waren wie die zu über 95% islamischen Einwohner Saudi-Arabiens.

Hier wirken wohl die Aussagen Ibn Taimiyahs ( gestorben 1328 ) noch heute als Gehirnamputation: „Alle Wahrheit steht im Koran“ ; „ Neuerung ist Bidah, ist Sünde .“
Auf der anderen Seite aber—und das wird einem wachen Zeitgenossen in den Jahrzehnten nach der zweiten Jahrtausendwende täglich in den Nachrichten vor Augen geführt—fließt weltweit unter Allahu-Akbar-Rufen und unter Rückbezug auf die angeführten Koranstellen das Blut der muslimischen Selbstmordattentäter und besonders das ihrer Opfer in Strömen.

Stellte der 11.9.2001 mit ca. 3 000 Todesopfern in New York da einen endgültigen Höhepunkt dar? Ist Osama bin Laden jemals zum Nicht-Moslem erklärt worden?