Internationaler Verein  "Aufklärung und Koran"   

 

Der islamische Glaube und seine Tröstung

Dritte Tiefe

Sinn aus humanistischer Sicht macht vor allem der Glaube an einen gütigen, barmherzigen Gott. Er verstärkt das Gefühl des Aufgehoben-Seins in einer höheren Ordnung, die dem Leben zugewandt ist, wie das andererseits auch bei dem Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Familie, zu einer Sprachgemeinschaft, zu einem Staat und seiner Geschichte empfindbar ist. Dieses Zugehörigkeitsgefühl spendet der Islam in besonders ausgeprägtem Maße. Die fünf Gebete am Tag, das erste während des Frühlichts, das letzte 1 1/2 Stunden nach Sonnenuntergang, die dabei vorgeschriebenen Gebets-formeln und –haltungen, die die volle Hingabe an einen Schöpfergott darstellen und bahnen; die beim Freitags-gebet fühlbar Knöchel an Knöchel erlebte Glaubens-Gemeinschaft; die gemeinsame Gebets- und Bestattungs-Ausrichtung nach Mekka; der fünftägige Hadsch mit seinen 4 Pflichten; das Sprechen der Schahada ( des Glaubensbekenntnisses ) beim Gebet aber auch bei Geburt und Todeseintritt und vielen anderen Situationen; das Zucker- fest nach dem Ramadan; das Opferfest am 3. Tag der Hadsch; die strengen Lebensregeln mit vorehelicher Keuschheut und geächtetem Ehebruch; die im Koran geforderte Unterordnung der Frau unter den Mann; die strengen Speiseregeln des Halal ; dies alles ist geeignet, Führung zu geben.

Durch religiöse Zucht wird der Gläubige „befreit“ aus einer gerade in der Moderne immer unüberschaubarer gewordenen Lebenswelt. Es geschieht im Islam eine orientierende An-die-Hand-Nahme des Gläubigen.

Der Islam gibt Geborgenheit.

Wenn man moslemische Websiten z. B. bei Facebook besucht, findet man aber darüber hinaus auch immer wieder die Hoffnung auf einen barmherzigen Gott, der in französisch als „misericordieux“ erhofft wird. Gehofft wird somit auf eine Eigenschaft, die in der französischen Sprache allein Gott zugesprochen werden kann.

Jede Sure ( bis auf die neunte ) wird ja auch eingeleitet mit der Benennung eines doppelt barmherzigen Gottes. Muss ein Muslim/eine Muslima da nicht an einen über alles hinaus barmherzigen Gott glauben?

Oder ist Allah allein dadurch barmherzig, dass er diese strikt gefügte Glaubensgemeinschaft geschaffen hat? Diese eng zusammenhaltende Gemeinschaft, die umso vieles stärker ist als ein einzelner Mensch.

Der muslimische Glaube hat in ferner Vergangenheit eine große Kultur- und Wissenschaft-bildende Kraft bewiesen. Auch diese Kraft –selbst, wenn sie vielleicht nur in der Vergangenheit bestanden hat—könnte man als eine Barmherzigkeit Gottes ansehen.

Der Religionsgründer Mohamed hat mit und in diesem Glauben ein überaus erfolgreiches Leben geführt. Für ihn haben seine Gebete ganz offensichtlich zu einem ihm zugetanen, barmherzigen Allah geführt.

Der islamische gemeinsame Glaube, besonders der Hadsch, bahnt eine Verbrüderung unterschiedlichster Ethnien. Auch darin darf man große Barmherzigkeit erkennen.

Dennoch spricht auch vieles gegen einen überaus barmherzigen Allah: es besteht im Islam keine Akzeptanz anderer Glaubenssysteme. Der Islam ist—wie Mahatma Gandhi seinerzeit in den 1940-iger Jahren sagte—unfähig, Kompromisse zu schließen, was in einer globalisierten Welt ein „Muss“ für ein friedliches multikulturelles Zusammenleben darstellt.

Der Koran ge- und missbraucht die Basmalla zum beruhigenden Beginn von Suren mit vielfachen Kriegsaufrufen. Man soll kämpfen z. B. bis keine Unter drückung mehr ist und die Religion Allah allein gehört. ( Sure 8, Vers 39 ) Er ge- und missbraucht die Basmalla zur Verbräumung vielversiger Unterdrückung der Frau ( besonders 4/34 ). Er ge- und missbraucht die Basmalla zur Einleitung unwahrer Polemik gegen Juden: „Und die Juden sagen, Esra ist Gottes Sohn“( Sure 9, Vers 30 ). Er ge- und missbraucht sie zur Bekräftigung der Behauptung, dass die Christen drei Götter haben: Jesus , Maria und Allah, ( 5/116 ) und somit Vielgötterei betreiben.

Der Koran präsentiert einen hassenden Gott ( 40/10;;40/37 ) einen Gott, der am jüngsten Gericht aus Rache für angeblich übele Nachrede die Juden schon mit über dem Kopf gefesselten Händen vor sich antreten lässt (5/64 ).

Größte Vorsicht müsste bei der Koranlektüre auch schon deshalb verspürt werden, weil der Koran die “ goldene Regel“ nicht kennt, bzw. benennt. “ Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu.“ Für den englischen Philosophen Thomas Hobbes ist die Einhaltung dieser Regel der entscheidende Übergang vom Kampf aller gegen alle zu einem geordneten Gemeinwesen.

Sie war zum Zeitpunkt des Vortrags des Koran ( 710 bis 732 n. C. ) der Menschheit seit langem bekannt. In den Gesprächen des Konfuzius ( 551 bis 489 v. Christus ) ist sie zu hören und zu lesen, zu lesen bei Rabbi Hillel im Talmud um 60 vor Christus, bei den Evangelisten in den Versen Matthäus 7/12 und Lukas 6/3 um 70 nach Christus.

Zu beklagen ist aber nicht nur das Fehlen dieser Formel. Besonders bedenklich ist die im Koran immer wieder betonte Unterscheidung zwischen Gläubigen und Ungläubigen, die eine Ungleichbehandlung der Menschen an Hand dieses Merkmals so sehr nahe legt.

Diese Unterscheidung wird im Koran so fundamental gesehen, dass gegenüber Ungläubigen Täuschung erlaubt ist ( Sure 3 , Vers 28 ), dass man sie nicht zu Freunden haben soll ( ebenfalls 3/28, zusätzlich auch 5/56 ), dass eine Muslima nach übereinstimmender Auslegung der Ulema von 4/ 141 nur einen Moslem heiraten darf, dass man die Ungläubigen umbringen darf, sobald sie einem nach einem Bekehrungsversuch den Rücken zukehren ( 4/89 ).


 
Quelle: Lundur39 (Taj Mahal), Flickr
 


 

Wie kommt es zu dieser außerordentlichen Entrechtung Andersgläubiger? Mohamed Asad übersetzt in seinem Buch von 1980 „die Botschaft des Koran“ den koranischen Ausdruck “ Ungläubige “ mit der Formel: „diejenigen, die die Wahrheit leugnen“.

Mohamed Asad hat 10 Jahre lang in einer kleinen Region des Hedschaz gelebt, einem kleinen Bezirk in der Gegend zwischen Mekka und Medina, in dem heute noch das Idiom von Mohamed gesprochen wird. Er wollte lernen, jede Nuance des Koran zu verstehen. Auch an anderer Stelle wie z. b. bei der Basmalla und auch bei dem Gottesnamen „Asad“ erarbeitete Mohamed Asad tatsächlich besonders authentisch erscheinende Übersetzungen.

Seine Übersetzung des „Ungläubigen“ kriminalisiert die Haltung eines Nicht-Gläubigen. Der Nicht-Gläubige „ist darauf aus, die Wahrheit zu leugnen“. Interpretativ könnte man dann auch sagen, dass er alle seine Verschlagenheit einsetzt, erfolgreich gegen eine offensichtliche Wahrheit anzulügen. Denn er „ist darauf aus, die Wahrheit zu leugnen“.

Wenn man einen wahren Sachverhalt leugnet, dann hat man gelogen. Lügen haben sogar vor Gericht strafrechtliche Bedeutung. Der Ungläubige ist damit in der Ursprache Arabisch, falls die Übersetzung von Mohamed Asad richtig ist, kriminalisiert. Damit hat sich die Glaubensfrage aus der Verfügbarkeit eigener Willensentscheidung herausbewegt hinein in den Bereich einer allgemeinen Menschenpflicht, eine Wahrheit zu akzeptieren.

Wenn schon diese sehr häufig gebrauchte Bezeichnung im Koran in einer den Andersgläubigen kriminalisierenden Form vorliegt, dann gilt es diesem Buch insgesamt gegenüber schon von daher äußerste Vorsicht walten zu lassen, denn “ Freiheit ist immer die Freiheit des Anders-denkenden“, wie Rosa Luxemburg einst in ihrem geistigen Widerstand gegen ihren totalitären Weggefährten Lenin formulierte.

Ob Mohamed Asad wohl meinen Dank annehmen würde für seine sehr gute Übersetzung, die diese Einsicht in einen schon vom Ansatz her totalitären Islam, der Andersdenkende kriminalisiert, seit 1980 auch einem Europäer möglich gemacht hat?