Internationaler Verein  "Aufklärung und Koran"   

 

Fatiha – Die Eröffnende

Dritte Tiefe

Sure 1:

„Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen, Lob sei Allah, dem Weltenherrn dem Barmherzigen, dem Erbarmer dem König am Tag des Gerichts! Dir dienen wir und zu Dir rufen um Hilfe wir. Leite uns den geraden Pfad den Pfad derer, denen Du gnädig bist, nicht derer, denen Du zürnst, und nicht der Irrenden.“

D

ie Bedeutung der „Fatiha“ im Islam ist enorm. Sie ist vergleichbar der Bedeutung des „Vater-unser“ im Christentum. Sie wird bei jedem Ritualgebet ziemlich zu Anfang, direkt nach der Bitte um Schutz vor dem Teufel gebetet, also 5 mal täglich, 35 mal wöchentlich.

Vom Text her scheint sie ganz das Gebet eines gläubigen Muslim zu sein. Dadurch aber, dass sie im Koran steht, muss man sie als Vorgabe Allahs selbst sehen, die er den Gläubigen zum Beten gegeben hat.

Die Tatsache, dass sie als erste Sure dem gesamten Koran voransteht, lässt sie die Funktion einer Einstimmung des Lesers in eine andächtige, preisende innere Haltung übernehmen, eine Haltung, die bei der Rezeption aller folgenden Suren auch eingehalten werden soll.

Für sich genommen könnte man sie auch als ein Gelöbnis des Beters sehen, Gott gegenüber eine bestimmte Frömmigkeit einzuhalten.

Sie ist also eine ganz besondere Sure, in ihrer Bedeutung sonst nur noch der Sure 112 vergleichbar.

Nicht wie in den sonstigen Suren beginnt die Kennzeichnung des Allmächtigen und damit die Ermächtigung der Rede mit einem Dreifach-Absender, sondern diesesmal mit einem Fünffach-Absender. Die Bezeichnung der Regierung in dieser und der nächsten Welt wird noch hinzugenommen.

Einem solcherart starken Absender wird Preisung, Gebet und Bitte um Hilfe zugesprochen.

Wichtiger aber noch als dieser Anfangsteil der Fatiha sind ihre zwei letzten Zeilen.

6. Zeile: „Leite uns den geraden Pfad.“ Sicherlich sind mit „gerader Pfad“ die Abschnitte in Sure 6 ( 151+152 ) und Sure 17 ( 22 bis 42 ) gemeint, die der Koran selbst unter diesem Oberbegriff „gerader Pfad“ zusammenfasst. Beide Passagen sind jeweils eine freie Nacherzählung der mosaischen 10 Gebote, allerdings ohne Sabbatheiligung, ohne Abbildungsverbot und mit eingeschränktem Tötungsverbot: „ und tötet kein Leben, dass Allah verwehrt hat, es sei denn mit gerechtem Grund“ .
Es ist aber anzunehmen, dass mit dem „geraden Pfad“ darüber hinaus auch der im gesamten Koran geforderte Glaube und ein Leben gemäß der 5 Säulen des Islam gemeint ist.

7. Zeile erstes Drittel: „den Pfad derer, denen Du gnädig bist“….
Das heißt, dass hier eine Bitte für fromme Muslime ausgesprochen ist, die sich auf dem Pfad Allahs befinden. Das schließt diejenigen, die sich auf dem Weg des Dschihad befinden, natürlich ein.
An vielen Stellen im Koran wird gesagt, dass Allah erwählt, wen er will; dass Allah verwirft, wen er will; dass Allah auch manches Herz verstockt.

Es wird also in diesem Vers auch darum gebeten, dass Allah seine Gnade auf den Beter dahingehend richtet, dass dieser zur Frömmigkeit überhaupt finden darf.

7. Zeile, zweites Drittel: „…und nicht der Irrenden“

Die Eingangstür zur Kaaba.

Gemäß den Einsichten der modernen Psychologie nehmen Kinder und auch das Unbewusste von Erwachsenen Verneinungen gar nicht wahr. Insofern ist eine „Negativ-Formulierung schon per se problematisch.
Problematischer noch wird dieser Versteil, wenn man unter „Irrenden“ die Christen versteht, was dem modernen Tafsir entspricht und zum Hochmut gegenüber Angehörigen des christlichen Glaubens verführt.

7. Zeile, Drittes Drittel: „….und nicht derer, denen du zürnst“.
“ Den Weg unter dem Zorn Gottes“ beschreiten nach Aussagen des Koran und gemäß seiner Auslegung durch die Ulema die Juden. Es heißt, dass sie sich zu Unrecht eine Erwählung von Allah zurechnen; dass sie ihre Gesandten immer wieder verleugnet haben, wie z. B. auch Jesus; dass sie die Schrift verfälscht haben und dass sie auch die Hinweise in ihr auf Mohamed getilgt haben.

Erleichtert eine solche Bitte an Allah– geäußert am Schluss des wichtigsten Gebets des Islam —die dringend benötigte Aussöhnung mit den Juden?