Internationaler Verein  "Aufklärung und Koran"   

 

Sure 9, Vers 111 (112)

Dritte Tiefe

„ Siehe, Allah hat von den Gläubigen ihr Leben und ihr Gut (im Gegenwert)) für das Paradies erkauft. Sie sollen kämpfen in Allahs Weg und töten und getötet werden (im kriegerischen Dschihad)). Eine Verheißung (Zusage)) hierfür (für das Paradies)) ist gewährleistet in der Thora (fünf Bücher Mose)), im Evangelium (Neues Testament der Christen)) und im Koran; und wer hält seine Verheißung getreuer als Allah? Freut Euch daher des Geschäfts, das ihr abgeschlossen habt; und das ist die große Glückseligkeit. “

Wer die Sure 9 ganz liest, kann erkennen, dass die vorangehenden 110 Verse die Klimax einer ansteigenden Gedankentreppe zu einem schließlich erreichten Plateau überwältigender Weitsicht darstellen, von der aus dann die Worte dieses Verses 111 gesprochen wurden.

Nach diesem Vers nehmen während der weiteren 28 Verse sowohl die Radikalität als auch der beabsichtigte Wirkungsumfang wieder kontinuierlich ab.

Eine tiefergehende Rezeption dieses Verses 111 bei Nicht-Muslimen ist vor allem dann gegeben, wenn diese schon manches Erstaunliche von muslimischen Kämpfern gehört und erfahren haben. Wenn sie also bereits gelernt haben, sich vor Dschihad-Versen zu fürchten. Und genau das war bei den Erst-Hörern dieser Sure im Januar des Jahres 630 n. C. oder 8 n. H. tatsächlich der Fall. Die Streitkräfte Mekkas hatten trotz technischer und zahlenmäßiger Überlegenheit gegen die von Mohamed geführten Muslime 624 die Schlacht von Badr verloren, hatten dann trotz erneut erdrückender Ausgangsüberlegenheit in den Schlachten von Uhud 625 und in der Grabenschlacht 627 nichts Entscheidendes gegen diese im Glauben an Allah motovierte Menschengruppe ausrichten können.

Es hatte sich in den 8 Jahren nach der Auswanderung Mohameds von Mekka nach Medina (Hischra 622)) nach und nach fast die ganze arabische Halbinsel mit diesem assoziiert und auch schon den islamischen Glauben angenommen.

Zudem standen, als die Sure 9 im Januar 630 n. C. von einem Emissär in Mekka verlesen wurde, etwa zehntausend gut bewaffnete und von Mohamed geführte Männer vor den Toren Mekkas.
Gleich mit dem ersten Atem dieses Verses 111 wird bekräftigt, dass die Muslime Leben und Gut an Allah verkauft haben, d. h. beides für Allah einsetzen müssen, wofür sie im Gegenzug nach ihrem Tod den immerwährenden Aufenthalt im Paradies erhalten. Dies hat Allah so fest gelobt und versprochen, das behauptet der Allah-Geist in diesem Vers, wie es ihm überhaupt nur möglich ist; nämlich in allen seinen drei Offenbarungsreligionen, in den fünf Büchern Moses, im Evangelium und im Koran.

Dieses Geschäft—das Paradies zu erlangen dafür, dass man auf dem Weg Allah`s tötet und getötet wird — dieses Geschäft ist so über alle Maßen gut, dass der Allah-Geist im Koran dieses kommentierend wörtlich sagt: „Freut Euch daher des Geschäfts, das ihr abgeschlossen habt; und das ist die große Glückseligkeit.“
Mehr als verständlich war nun, dass nach der Demonstration einer solchen Kampf-Motivation und nach den bisherigen bitteren Erfahrungen mit diesen Kämpfern eine Gegenwehr eine große Mutprobe gewesen wäre. Diesen Mut brachten die Mekkaner Anfang 630 nicht mehr auf. Sie entschlossen sich nach Verlesung dieser Sure in ihrer Stadt, bewegt zusätzlich auch durch Mohameds Angebot bei Nicht-Kampf eine weitgehende Amnestie zu gewähren, zur Kapitulation.
Die äußerste Kampfmotivation, die dieser 111. Vers der Sure 9 in komprimierter Form darbietet, lässt sich in schwächerer Form als Belobigung des Märtyrertodes im Koran auch an manchen anderen Stellen finden. Vier Stellen, drei der Sure 3 seien angeführt:

Sure 3/151: “ und wahrlich, so ihr im Wege Allahs erschlagen werdet oder sterbet, wahrlich Verzeihung von Allah und Barmherzigkeit ist besser als was ihr zusammenscharrt. “

Das Glaubensbekenntnis und das Schwert – Flagge Saudi-Arabiens.

Sure 3/152: “ und wahrlich, wenn ihr sterbet oder erschlagen werdet, werdet ihr zu Allah versammelt.“

Sure 3/163: “und wähnet nicht die in Allahs Weg gefallenen für tot, nein lebend bei ihrem Herrn werden sie versorgt.“

Sure 2/149: “Und sprechet nicht von denen, die in erschlagen wurden in Allahs Pfad: sie sind tot. Nein sprechet: sie sind lebendig.
Doch ihr versteht es nicht.“

Ist es z. B. dem berühmten Islam-Apologeten Mohamed Khorchide („Islam ist Barmherzigkeit “)) möglich, alle diese Zeilen zu neutralisieren im Sinne eines friedlichen Dschihad, der einen Kampf um das Gute im eigenen Herzen besagt?

Ist es einem modernen Sufi (der Sufismus ist eine internationale islamisch-meditative Bewegung die sich vor allem der Betrachtung des Tauhid –„es gibt keinen Gott außer Gott“–widmet)) möglich, alle diese Koranstellen im Sinne eines mystischen Weges zu interpretieren?