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Mohammed, Ultra-Kurz-Biografie

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Seit den 1890-iger Jahren begann S. Freud – und nach ihm der westliche Kulturkreis – zu ahnen, wie wichtig die Kindheit für die spätere Charakterbildung eines Menschen ist.

Von Mohamed ist bekannt, dass sein Vater Abd Allah (Diener Allahs) um die Zeit seiner Geburt herum starb. Sechs Jahre später starb seine Mutter Ämina. Zwei weitere Jahre später starb sein Großvater Abd al Muttalib. Der mächtige Onkel Abu Talid, der sich danach seiner annahm und der auch nun das Oberhaupt des Clans der Haschemiten wurde, hielt die Hand über Mohamed bis zu seinem eigenen Tode 619 (drei Jahre vor der Hidschra).

Die Haschemiten, die Familie, zu der Mohamed gehörte (übrigens auch das heutige Königshaus von Jordanien), war ein Nebenzweig der in Mekka herrschenden Quraischiten. Dieser profitierte ganz besonders von dem Pilgerbetrieb und den intensiven vielfältigen Kulten, die sich um die Kaaba rankten, deretwegen Pilger aus der ganzen arabischen Halbinsel nach Mekka kamen. Die Haschemiten waren diejenigen von den Quaraischiten, die ganz speziell für die Pflege der Kaaba und zur Pilgerbetreuung eingesetzt waren.

Ab dem 27. Ramadan des Jahres 610 setzten bei Mohamed (damals 40 Jahre alt) in unregelmäßigen Abständen minutenlange (später längere) Eingebungen ein, von denen zu berichten es ihn drängte und die er teilweise auch während sie stattfanden, berichtete. Er trug sie gelegentlich auch in der Nähe der Kaaba vor (“ Euch euer Glaube, mir mein Glaube“). Da aber der Allah-zentrierte Monotheismus, den Mohamed hauptsächlich und vehement, meist auch mit Ausschließlichkeitsanspruch und unter vielfacher Höllenandrohung bei Verleugnung, predigte, sich für die Haschemiten eher geschäftsschädigend auswirkte und auch, weil anfangs nur wenige glauben wollten, dass plötzlich in ihrer Mitte ein Prophet erschienen sei, blieb die Gefolgschaft Mohameds klein und auf wenige hundert Menschen beschränkt. Dies war aber doch auch, in einer Stadt von 22 000 Einwohnern, bereits eine nicht zu unterschätzende Größe.

Nach dem Ableben seines mächtigen Onkels, der sich bei den Quarischiten immer wieder für ihn stark gemacht hatte, wurde für Mohamed und seine Muslime (die sich (an Allah) Hingebenden) die Lage in Mekka immer bedrohlicher – auch ein Mordanschlag auf Mohamed ereignete sich – , so dass er 622 zur Auswanderung in das 400 km. entfernte Medina schritt.(Hidschra). Dort waren schon eine ganze Reihe von Anhängern von Mohamed und dort wollte man ihn auch als Schlichter in einem Streit zweier verfeindeter arabischer Clans.

Nach kurzer Zeit erlangte Mohamed in Medina (bei seiner Ankunft hieß die Stadt noch Yathrib) u. a. nach einem 42-Punkte Vertrag mit den anderen Parteien der Stadt, ein Vertrag, der noch existiert, eine herrscher-ähnliche Position. Auch die Schar seiner Gläubigen wuchs hier unaufhörlich. In dem Raubzug nach Badr, 624, überwand er eine vielfach überlegene Gegnertruppe, den Begleitschutz der mekkanischen Handels-Karavane. Bei der geplanten Vergeltungsaktion der Mekkaner blieb Mohamed gegen den vielfach überlegenen Gegner durch eine List erfolgreich. Er ließ einen Graben um Medina herum ausheben. In der dann tagelang stattfindenden “Grabenschlacht“ verbrauchten sich die Kräfte der Gegner, so dass sie schließlich abzogen. In einem Vers wird berichtet, dass er (im Nahkampf) Sand gegen seine Gegner warf, eine ebenfalls erfolgreiche Kriegslist.

Seine Kritiker und Gegner in Medina befanden sich hauptsächlich unter den Juden, die ihn – entgegen seinen ursprünglichen Absichten – nicht als einen ihrer Propheten anerkannten und die wohl auch gelegentlich mit den Mekkanern kollaborierten.

Zwei jüdische Stämme hat Mohamed dann aus Medina vertrieben, einen dritten, die Cheybhar, ließ er vernichten. Auf dem Marktplatz von Medina erfolgten in diesem Zusammenhang an einem einzigen Tag einmal ca. 500 Hinrichtungen.

Mohamed soll selber Hand angelegt haben. Eine schöne 18-jährige Jüdin, die an diesem Tag Vater und Gatte verlor, hat er am gleichen Tag zur Sklavin genommen und später geheiratet. Er war da schon Mitte fünfzig und hatte neben Aischa bereits einige weitere Frauen. Mit Chadiddscha, seiner 15 Jahre älteren ersten Frau, hatte er treu und monogam bis zu ihrem Tod 619 (im gleichen Jahr starb auch sein Onkel) zusammen gelebt. Nach ihrem Tod ging er sofort mehrere Ehen ein. Mit einer Sondererlaubnis Allahs durfte er über die sonst den Muslimen nur zugebilligte Zahl von vier so weit hinaus gehen, wie es ihm gefiel und wie sein Vermögen es zuließ. (Insgesamt wurden es 13 Ehen). Anders als anderen Musliminen war es den Frauen des Propheten verboten, eine Scheidung zu begehren und es war ihnen auch verboten, nach seinem Tod erneut zu heiraten, was vor allem für Aischa, die er als Sechsjährige geheiratet hatte, nach seinem Tod 632 (mit 62 Jahren) eine sehr lange Witwenzeit bedeutete.

Nicht nur in Medina, auf der ganzen arabischen Halbinsel, wuchs die Macht Mohameds nach der Hidschra durch die vielen Kriegszüge (65 Feldzüge in 10 Jahren) ohne Unterlass. Nach dem Friedensschluss von Hudaibiyah, 628, mit den Mekkanern und nach einem friedlichen Vollzug der Hadsch (erstmals nach eigenem Ritus) 629 nahm er einen nichtigen Anlass zum Grund, trotz Friedensvertrag das inzwischen isolierte Mekka mit Krieg zu bedrohen.

630 n. C., also 8 n. H. (nach der Hidschra) ließ er zu diesem Zweck die überaus kriegerische und drohende Sure 9 nach Mekka verbringen und dort öffentlich verlesen. Die Einschüchterung durch diese Sure und auch durch den Blick auf das und die Kunde vom vielfach überlegene(n) Heer Mohameds (10 000 Kämpfer) bewirkten, dass die Mekkaner sich ohne Kampf ergaben.

Zwei Lebensjahre noch waren Mohamed vergönnt. In diesen herrschte er nun über die ganze arabische Halbinsel. Sein Zentrum und Wohnsitz blieb auch nach der Eroberung Mekkas Medina (= arabisch die Stadt (des Propheten)). Die anderen arabischen Stämme hatten sich ihm nach und nach alle unterworfen und waren auch bereit den Zakat, die Armenabgabe zu entrichten, was sie unter seinem Nachfolger Abu Bakr sofort widerriefen, woraufhin dieser sich genötigt sah, gegen sie in den Krieg zu ziehen.

Gleichzeitig mit der Bereitschaft einer Tributzahlung nahmen diese Stämme auch den islamischen Glauben an, der dadurch zu einem mächtigen Bindeglied wurde. Auch sorgte Mohamed für eine „religiöse Säuberung“ in den Städten Mekka und Medina, indem er Andersgläubige verfolgen und umbringen ließ, bevorzugt Intellektuelle und Satiriker, die seine Religion z. B. einen „blassen Abklatsch der Fabeln der Früheren “ nannten.

Unabhängig von seiner Religionsstiftung und ihrer Relevanz sei aber hier schon eine erste Bewertung der Lebensleistung Mohameds vorgenommen: Die Einigung der arabischen Halbinsel im wesentlichen durch das Schwert ist nicht unähnlich der Einigung Deutschlands in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Fürst Otto von Bismarck, der durch drei Kriege mit zehntausenden von Toten zum Architekten der deutschen Einheit wurde.

Wenn man an die Sozialistengesetze und den Kulturkampf der 1870- iger und 80-iger Jahre denkt, so hat wohl auch Bismarck eine innere Säuberung versucht; allerdings mit weit weniger rigorosen Mitteln, setzte er doch “nur“ das “Schwert einer willfährigen Gesetzgebung“ ein, allerdings ohne Todesstrafe.


 
Quelle: Lundur39 (Taj Mahal), Flickr
 


 

Wie zu Bismarcks Zeiten in Deutschland gab es auch in Arabien seit alters her in der Bevölkerung breit verankerte Einigungsbestrebungen. Schon der Großvater Mohameds wollte die Einheit Arabiens, die der Enkel dann vollendete. Bekannt ist allerdings, dass Mohamed kurz vor seinem Tod Drohbriefe mit der Aufforderung sich zu unterwerfen, an den Kaiser von Byzanz, den Herrscher von Persien und an Heraklion, den römischen Statthalter in Palästina sandte. Vielleicht waren diese Machtansprüche eine notwendige Folgeerscheinung seiner Religion und so schon der Vorschein der ungeheuren islamischen Eroberungen in den ersten hundert Jahren nach Mohameds Tod.

Bismarck aber betrieb nach dem Frieden von Paris 1871 in Europa ganz gezielt eine Friedens-Politik, eine Politik des Ausgleichs und der Versöhnung und bezeichnete Deutschland als saturiert, was seine Nachfolger aber bekanntermaßen nicht zu ähnlicher Bescheidung bewogen hat.

Bismarck hat in späteren Lebensphasen seine den Krieg mit ins Kalkül ziehende Einigungs-Politik in vielen Privat-Gesprächen bereut. Mohamed hat dagegen eine Religion geschaffen, die vor allem den Glauben ihrer Gläubigen als die allerwichtigste menschliche Leistung ansieht. Gerechtfertigt ist, wer an Allah glaubt, den Schöpfer des Alls, wer sich ihm nähert in der Niederwerfung, dem Sudschud, nachdem er und indem er ihn preist. Wer ferner glaubt an die Bücher und die Engel und an den Tag des Gerichts.

Zusätzlich ist wichtig, dass er ein Leben führt innerhalb der fünf Säulen des Islam:

  1. Glaubensbekenntnis (Schahada)
  2. 5 Ritualgebete täglich (Salad)
  3. Armutsabgabe, Zakat = jährliche Abgabe von 2,5 % des Einkommens oberhalb dessen, was über den Eigenbedarf hinaus geht
  4. 5-tägige Pilger-Fahrt (Hadsch) nach Mekka im 12. Mond-Monat (Dhu l Hidscha) des islamischen Kalenders, und zwar vom 8. bis 12. Tag
  5. das einmonatige Fasten im neunten Mond-Monat (Ramadan) des islamischen Kalenders.

Weiterführende Literatur:
Muhammad, Karen Armstrong
Kein Gott außer Gott, Reza Aslan
Die fünf Weltreligionen, Helmut von Glasenapp