Internationaler Verein  "Aufklärung und Koran"   

 

Religionsfreiheit am Beispiel Dtschld.

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eligionsfreiheit war bei der Declaration der Menschenrechte der großen französischen Nationalversammlung 1789 in Paris eine direkte Mitgegebenheit. Ihre Geltung war nicht nur für die damalige Gegenwart und frankreich-weit sondern Globus- und Zukunft-überstreichend gedacht.

Innerhalb der Menschenrechte wird die Religionsfreiheit in der heutigen Gegenwart (2016) nach allgemein herrschender Auffassung hoch angesiedelt. So steht sie denn auch im deutschen Grundgesetz bereits in Artikel 4 (von insgesamt 19 Artikeln).

Der Artikel 9 des deutschen Grundgesetzes formuliert allerdings folgende Einschränkung: “Vereinigungen, die …..sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung richten … sind verboten. …“

Dies trifft selbstverständlich in Deutschland bestimmte Moschee-Vereine, wie 2015 solche in Wuppertal , die die Scharia als Ordnungssystem in Deutschland errichten wollten. Sie wurden von der deutschen Strafjustiz belangt.

Eine zweite, potentiell weitgehende Einschränkung der Religionsfreiheit ist in Deutschland mit dem sog. Tabakurteil des BVerf. vom 8.11.1960 geschaffen worden: “Nur eine solche Religion, die dem ethischen Grundkonsens entspricht, der in den letzten 250 Jahren in den aufgeklärten Staaten Europas geherrscht hat, steht unter dem Schutz der Religionsfreiheit.“ Das Gericht führte zur Kennzeichnung dieses Sachverhalts das Fachwort “Kulturadäquanz“ ein.

Dieses Urteil hält seit mehr als einem halben Jahrhundert einen „Dornröschenschlaf“ im deutschen Rechtswesen. Religionsfreiheit wird hierzulande in Praxi ohne Befragung auf Kulturadäquanz gewährt. Unter dem Dach der Religionsfreiheit findet fast alles Platz.

Sicher, die Religionsfreiheit wurde 1948 mit der UN-Charta von einer großen Zahl von Staaten akzeptiert , auch von einer Vielzahl von islamisch geprägten Staaten. Es ist aber eine bekannte Tatsache, dass in den heutzutage 57 mehrheitlich islamisch geprägten Ländern ganz im Gegensatz zu den westlich geprägten Ländern Religionsfreiheit – speziell auch in Richtung auf freie Ausübung des christlichen Glaubens – in der Alltagspraxis nicht besteht. So laufen z. B. Christinnen, die in Ägypten oder Pakistan ohne Kopftuch auf die Straße gehen, stets Gefahr vergewaltigt zu werden.

Wie aber, so fragte mich eine christliche Aktivistin aus Kamerun, sieht Religionsfreiheit aus der Sicht Gottes aus? Ist es (dem christlichen) Gott gleichgültig, ob man seiner in der einen oder anderen Form oder auch vielleicht seiner gar nicht gedenkt?

In allen in Vorderasien entstandenen Weltreligionen, also in Judentum, Christentum und Islam, wird von einem sehr starken Interesse Gottes an den Menschen ausgegangen, insbesondere seinem starken Interesse daran, was der Mensch glaubt.

Von einem primär humanistischen Standpunkt lässt sich dazu sagen: Dass ein allmächtiger Gott tatsächlich an einem so unbedeutenden Wesen wie einem Einzelmenschen ein starkes Interesse hat, ist überaus unwahrscheinlich. Dennoch kann man von diesem Standpunkt her einräumen: Woran auch immer der einzelne Mensch glaubt: wenn sein Glaube zu einem verstärkt mitmenschlichen Verhalten allen Menschen aller Glaubensrichtungen gegenüber führt und nicht nur den eigenen Glaubensgenossen gegenüber, so ist ein solcher Ein-Gott-Glaube zu begrüßen.

Allerdings ist gerade in dieser Hinsicht der Islam eine mehr als problematische Religion.

Nicht nur , dass der Islam außerhalb der Umma, der islamischen Glaubensgesellschaft, keine Fürsorgepflicht sieht, sondern auch, dass er in den von ihm beherrschten Ländern für die sogenannten Ungläubigen eine Sondersteuer (Gizzya) erhob, kennzeichnet seine Intoleranz.

Die Feindschaften des Islam bestehen aber nicht nur mit den „Ungläubigen“ , sie bestehen auch untereinander, da es im Islam die Möglichkeit des “takfir“ gibt, d.h. die Deklaration des anderen Moslems als Nicht-Moslem, als Ungläubigen.

Dies führt dann leicht zum inner-islamischen Bürgerkrieg. So erklärt sich z. b. der Überfall von ca. 500 Hadsch-Teilnehmern auf die große Moschee in Mekka 1979. Hier wurden hunderte Geiseln gehalten und die Attentäter konnten erst nach 2-wöchiger Belagerung und unter Zuhilfenahme einer französischen Spezialeinheit besiegt werden. Sie gebärdeten sich als superfromm, wollten eine Absetzung des als nicht-ausreichend-islamisch empfundenen saudischen Königshauses, den sofortigen Abbruch der diplomatischen Beziehungen aller mehrheitlich islamischen Länder mit den USA.


 

Unterkirche (links, Querhaus) von P. Lorenzetti (Maler) in Assisi
Quelle: ‚Assisi‘ (1978, plurigraf Verlag)

 


 

Auch der Bruderkrieg Irak/Iran 1979 bis 1987 wurde als teilweise religiöser Krieg geführt. So trugen die iranischen Kinder-Selbstmord-Attentäter ein Stirnband mit der Aufschrift: „Rache für Kerbala“. Kerballa war im 8. Jahrhundert der Ort jener Schlacht, die das Selbstopfer Husains gesehen hat, das zur Gründung der Glaubensrichtung der Schiiten führte.

Religiöse Bruderkriege, wie sie in Europa sehr ausgeprägt und unheilvoll im Dreißigjährigen Krieg, 1618 bis 48, stattfanden, finden noch heute in einem kleinen Zipfel Europas, in Nordirland, statt. Sie sind in der islamischen Welt gegenwärtig in großem Maßstab an der Tagesordnung. Schlagende Beispiele sind die Verhältnisse im Irak, in Syrien, im Jemen.

Seit mehr als einem Jahrtausend besteht eine die ganze islamische Welt durchherrschende Glaubensspannung zwischen Sunniten (85 %, Vormacht Saudi-Arabien) und Schiiten (15%, Vormacht Iran), die sich gegenseitig als Moslems oft nicht anerkennen. Schon Suleyman der Prächtige, der türkische Sultan und Kalif der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts , griff den Iran nur deshalb an, um den Glauben des Propheten auch in diesem mehrheitlich schiitisch geprägten Land in einer rein sunnitischen Form zu verbreiten.

Weiterführende Literatur:
“Grundgesetz“ Beck-Texte im dtv; “Der islamische Faschismus“ Hamed Abdel Samad.